Typisierung: Schüler und Schülerinnen des Berufskollegs lassen sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren

Spende rettet Krebspatienten. Kontakt zwischen Spender und Empfänger

Warburg. Michael Richardt, Verbindungslehrer am Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg, hat ein Leben gerettet. Stammzellen aus dem Blut des Pädagogen hatten vor Jahren zunächst die Leukämie eines damals Siebenjährigen in den USA gebremst, mit einer zweiten Spende des Lehrers scheint nun der Blutkrebs des jetzt Zwölfjährigen besiegt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Krottenthaler organisierte Richardt am Freitag eine Typisierungsaktion am Berufskolleg. Mehr als 200 Schüler beteiligten sich.

Die beiden Pädagogen haben eifrig in den Klassen für die Aktion geworben, auch gerade weil ein ehemaliger Schüler aus Körbecke aktuell dringend auf eine Spende angewiesen ist. In der Körbecker Gemeindehalle wird am Samstag, 27. Februar, ab 11 Uhr eine weitere Typisierungsaktion sein, um für Christian einen geeigneten Stammzellenspender zu finden. Die Spendenbereitschaft im Kolleg war riesig. Im Foyer hatten Timm Wibbe, Julian Denecke und Jaspar Wagemann alle Hände voll zu tun, Registrierungen entgegenzunehmen.

Dass die Aktion wirklich Leben retten kann, hat Michael Richardt auf bewegende Weise honoriert bekommen. Vor drei Tagen hatte er überraschend Post von Scott Franson aus New Jersey erhalten, der dank der Stammzellenspende des Warburgers wieder an Lebensqualität gewonnen hat. "Er kann wieder mit Freunden spielen und hat frischen Lebensmut", freut sich Richardt. Dass ein Kontakt zwischen Stammzellenspender und Empfänger zustande kommt, ist freiwillig. Bis vor Kurzem wusste Richards nichts über den Empfänger. Umso glücklicher ist er, jetzt zu sehen, wie seine Spende neues Leben schenkte. "Das ist berührend", weiß auch Thomas Krottenthaler, der Schülervertretung für die gestrige Aktion begeisterte.

In den vergangenen sechs Jahren fanden bereits drei Typisierungen im Berufskolleg statt. Jeweils 300 Schüler hatten bei diesen Aktionen mitgemacht. Mit einem Wattestäbchen wird ein Abstrich genommen. Mit einer Einverständniserklärung wird diese Probe dann an das Labor der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) geschickt. Nach der Registrierung werden die Untersuchungsergebnisse des Wangenabstrichs in der Datei gespeichert und anonym für den weltweiten Patientensuchlauf zur Verfügung gestellt. Die DKMS wertet den genetischen Code der Spender aus. Passt dieser zu einem irgendwo auf der Welt verzeichneten Leukämiefall, wird um eine Stammzellenspende gebeten.

(Quelle: NeueWestfälische, 06.02.2016)