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Warburger Kollegiaten sind für die Skipiste gut gerüstet

Unterricht im Tiefschnee anstelle des Klassenzimmers: Am Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg kümmern sich die Sportlehrer vor der großen Fahrt in die Alpen um Ausrüstung und Fitness

skikeller
Warburg. Ski-Schullandheim-Aufenhalte haben am Warburger Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg eine lange Tradition. Schon seit mehr als vier Jahrzehnten werden die gut einwöchigen Fahrten in Skigebiete durchgeführt, die sich aufgrund ihrer überschaubaren Größe und relativ einfachen Pisten besonders für die Schulung von Anfängern eignen. Auch in diesem Jahr geht es wieder auf große Skitour.

Der bulgarische Sportlehrer Atanas Taskow hatte die Fahrten seinerzeit eingeführt, in der Anfangsphase unterstützt von Ernst-Werner Sohm, später stießen Dieter Jakobi, Georg Müller und der jetzige Schulleiter Josef Hilkenbach zum Ski-Team hinzu. Christina Schäfers und Michael Schmidt führen die Tradition jetzt mit gleicher Begeisterung fort.

 

Die Schullandheimaufenthalte mit dem sportlichem Schwerpunkt sind Bestandteil des Unterrichts und ergänzen die Erziehungs- und Bildungsarbeit der Schule. Im Skikeller haben die Pädagogen das Material gesichtet und gepflegt. Immer wieder schaut dabei der mittlerweile pensionierte Sportpädagoge Dieter Jakobi vorbei, der zuletzt beim "Tag des Sports" am Berufskolleg für erkrankte Kollegen als Organisator des Fußballturniers in die Bresche sprang.

Frisch gewachste Ski, die passenden Schuhe und Skistöcke: Mit dieser Ausrüstung starten die Ober- und Unterstufe des technischen Gymnasiums am Freitag bis zum 10. März ihre Ski-Klassenfahrt ins Ahrntal in Südtirol. Die Schülerin und Schüler der Oberstufe unterstützen die Ski-Anfänger der Unterstufe und helfen beim Einstieg ins Skivergnügen. "Im Technik-Gymnasium sind Projekte feste Bestandteile des Bildungskonzeptes. Eigene Ideen umsetzen, Produkte erstellen und das jahrgangsübergreifende Arbeiten werden so ermöglicht", erklärt Michael Schmidt, der den guten Austausch mit den anderen Sportkollegen schätzt. Die Ski-Freizeit sei eine wichtige Komponente im Schulleben. "Der Lernerfolg beim Skifahren ist durch die Erfahrung der Skilehrer in den kleinen nach Leistungsvermögen eingeteilten Gruppen hervorragend", sagt Dieter Jakobi. Nach der Skifreizeit beherrsche jeder Teilnehmer die Grundfertigkeiten, einige könnten sogar auf schwarzen Pisten fahren. Jakobi hat sich wie die anderen Sportlehrer, die diese Skikurse begleiten, ständig fortgebildet.

»Da gibt es tolle breite Pisten, das ist ideal für Anfänger«

Die Schüler, die mit der Sportart bereits vertraut sind, werden in den Skiunterricht eingebunden und fördern den Lernprozess ihrer Mitschüler aktiv mit. Stolz sind die Skilehrer darauf, dass alle bis auf kleinere Blessuren immer unversehrt zurückgekehrt sind. "Das hängt auch mit der Qualität der Skiausrüstung zusammen, wobei die Bindungen von uns so eingestellt sind, dass bei einem Sturz der Ausstieg aus den Skiern schnell erfolgt", so Jakobi. "Ich hoffe, dass das Glück uns hold bleibt", sagt Jakobi, der das disziplinierte Verhalten der Schüler lobt.

Immer im Wechsel fahren die beiden Zweige des Berufskollegs in bekannte Skigebiete. Während die "Techniker" in die Skiarena Klausberg im Ahrntal fahren, haben die Klassen aus den Bildungsgängen Fachoberschule Gesundheit und Soziales und Höhere Handelsschule zumeist Pfunds in Österreich als Zielort. Von dem Quartier dort geht es mit dem Ski-Bus ins Skigebiet Schöneben am Reschenpass. "Da gibt es tolle breite Pisten, das ist ideal für Anfänger, schließlich hat Sicherheit für uns Vorrang", sagt der Abteilungsleiter Höhere Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung Georg Müller. Die Vorgehensweise sei bei allen Gruppen gleich: Nach der Nachtfahrt im Reisebus werden sich die Schüler mit dem Skigebiet vertraut machen, ehe es dann mit Skilehrern und externen Begleitern auf die Piste geht. Das Snowboard spielt bei den Skifreizeiten keine Rolle: "Sie sind in der Anschaffung zu teuer, zudem ist die Verletzungsgefahr auch größer", so Müller.

Im Verlauf der Woche, weit entfernt der Warburger Klassenzimmer, erlernen alle Schüler, ausgestattet mit modernen Ski und Helmen aus dem schuleigenen Fundus, das Skifahren, vor allem wird die Carving-Technik vermittelt. Die fortgeschrittenen Schüler erweitern dabei ihr Technik-Repertoire. Damit die Lerngruppen die entsprechende Kondition entwickeln und Muskulatur aufbauen, wird im Sportunterricht ab Dezember mit Skigymnastik und Ausdauereinheiten auf die Belastungen des Skifahrens hingearbeitet.

 

Information

Rund 60 Paar Ski im Schulkeller

(Neue Westfälische, Februar 2018)