Projekttage 17 57

Wenn der Schulleiter des Johann-Conrad-Schlaun Berufskollegs während der Unterrichtszeit Golf spielt, dann liegt das nicht an der mangelnden Arbeitsmoral, sondern an den schulweit stattfindenden Projekttagen. Zum Ende des Schuljahres ist bei vielen Schülerinnen und Schülern einfach die Luft raus und für normalen Unterricht sind sie kaum noch zu begeistern. Doch Schule kann auch ganz anders sein – dies zeigten mal wieder die Projekttage in der letzten Schulwoche. An drei Schultagen hatten die Schülerinnen und Schüler Zeit, sich mit einem Projekt ihrer Wahl zu beschäftigen und die Ergebnisse anschließend zu präsentieren.

Die Bandbreite an Themen war dabei bemerkenswert. Einige Beispiele:

Wie wechsle ich einen Autoreifen? Wo kontrolliere ich den Ölstand? Diese Fragen wurden gleich in zwei Projekten behandelt. Die Gartenschere schneidet nicht mehr? Die Axt ist stumpf? Kein Problem, das können wir selber schärfen, hieß es im Projekt „Echt scharf“.

Während das Kartenspielen im Unterricht normalerweise verboten ist, war es nun ausdrücklich erwünscht! Die Regeln von Skat und Doppelkopf wurden analysiert und ausgiebig in der Praxis angewandt.

Eher sportlich ging es in den Projekten Golf, Streetball, Krafttraining im Outdoor-Gym, Mountainbiking und Selbstverteidigung zu, während mehrere Projekte die Natur in den Mittelpunkt stellten. Wie sieht es auf einem Bio-Acker aus? Was bedeuten Artenvielfalt und Diversität? Und: ein Ranger erklärte „Natur für Dummies“.

In Kreativprojekten wurden z.B. coole Taschen genäht, beim Upcycling wurden aus Müll witzige neue Gegenstände hergestellt, wie Pinnwände aus Korken oder Täschchen aus Schokoladenpapier.

Eher technisch ging es beim Bau eines Bumerangs zu. Neben dem reinen Fertigungsprozess in der schuleigenen Holzwerkstatt wurden auch Kenntnisse der Aerodynamik und des Arbeitsschutzes vermittelt. Dass man durch Reparaturen Geld und Ressourcen sparen kann, wurde den Teilnehmern eines anderen Projektes gezeigt, ein defektes Verlängerungskabel z.B. kann man oft selbst reparieren.

Eine beeindruckende Performance bot die Schwarzlichttheatergruppe (uuuund action). Sie entwickelte einen Werbeclip für ihren Leistungsverbesserer „Bever“. Auch die Ergebnisse der Foto-Projekte konnten sich sehen lassen.

Weitere Beispiele für Projektthemen:

„Ich kann kochen!“ ist ein Projekt der Sarah Wiener Stiftung und befasst sich mit gesunder Ernährung. Frische Lebensmittel - wie riechen sie, wie schmecken sie, was kann ich daraus herstellen? Diese Fragen wurden unter sachkundiger Anleitung erörtert und anschließend in der Küche umgesetzt.

Im Projekt „Typisch Mann – typisch Frau“ wurden gängige Klischees unter die Lupe genommen und mittels einer Umfrage in der Warburger Innenstadt analysiert. Andere Schülerinnen und Schüler untersuchten im Projekt „Ich bin dann mal weg“, welche Möglichkeiten sich nach der Schule noch bieten.

Am dritten Tag erfolgte die Präsentation im Plenum. Im Rahmen eines musikalischen Rätsels mit Gewinnspiel (mit nicht ganz ernst zu nehmenden „Hauptgewinnen“) gab das Organisationsteam einen peppigen Überblick über die angebotenen Projekte, bevor alle Projektgruppen ihre Arbeit der Projekttage mit Ausstellungen, Vorführungen oder Kostproben präsentierten - ein gelungenes Ende des Schuljahres!

Bilder zu den Projekttagen finden Sie [HIER]